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Dienstag, 7. August 2012

Territory Day

Etwas spät aber besser als nie ...

Am 1. Juli ist der Territory Day gewesen, es handelt sich hierbei um eine Art Nationalfeiertag fürs Northern Territorty was natürlich ausgiebig gefeiert werden musste. Dies ist der einzigste Tag in dem man ohne spezielle Erlaubnis Feuer anzünden darf (Feuerwerk). 
Jasons bester Freund hat dann erst mal bei sich im Vorgarten mit den Feuerwerkskörpern rumspielen müssen und hat dabei gleich mal seinen halben Vorgarten in Brand gesteckt ...
An diesem Tag haben wir auch Marcel, Slades kleinen Bruder vom Flughafen abgeholt, der für die Ferien zu uns kam. Auf dem Rückweg vom Flughafen zur Farm hat man überall Feuer brennen sehen und teilweise waren es schon richtig große schwarze Rauchsäulen, alles verursacht durch Feuerwerkskörper.

Auf der Farm haben wir das Boot hergerichtet und auf einmal meinte Jason (1 1/2 h vor Abfahrt) ob ich nicht noch irgendwie irgendwelches Fingerfood herrichten könne. Ja mit was denn bitte? Ist doch fast nix im Haus. Wir haben uns dann auf nen Salat geeinigt, den ich aus ein paar Konservendosen zusammengewürfelt habe.
Viel zu spät sind wir dann endlich losgekommen. Tascha (Jasons Schwester) und ihre Kinder sollten auch mitkommen.Nachdem alle Kinder und das Essen auf dem Boot verstaut waren wurde das Boot zu Wasser gelassen und dann konnte auch Jason dazukommen und los gings Richtung Hafen / Mindil Beach.

Die Sonne ging bereits ganz langsam unter und es war einfach nur ein tolle Gefühl dem Sonnenuntergang entgegenzufahren und die Stadtsiluette davor zu haben. Da wir ziemlich schnell gefahren sind, sind die Bilder leider nicht immer so gerade geworden wie ich mir das gewünscht hätte.

Am Mindil Beach angekommen, lagen dort schon hunderte andere Boote vor Anker und haben auf das Feuerwerk gewartet. Während wir gewartet haben kamen immer mehr Boote, manche haben sich sozusagen zusammengekettet und haben zusammen gefeiert, andere sind mit Lichterketten behangen gekommen aber auch ohne das man mit den "Nachbarn" reden konnte, konnte man sehen, dass jeder in bester Feierlaune war.
Das Fingerfood von Tascha wurde angebrochen und dann fiel uns auf, dass wir für den Salat ja Gabeln und Teller oder sowas bräuchten, naja auch egal. Jason hat dann eine der Matratzen aus dem Innenraum hoch aufs Dach gelegt und er und die Kinder sind hochgeklettert um das Feuerwerk von dort aus zu sehen. Die Sonne war noch nicht ganz untergegangen, als die ersten Leute anfingen ihre privaten Feuerwerkssachen abzufeuern. Dann ging es mit dem Casinofeuerwerk weiter (liegt direkt am Strand) und als dieses auch vorbei war stieg die Spannung.

Am Strand war ein Radio aufgebaut, welches so laut war, dass wir es auf dem Wasser auch noch hören konnten. Als die Kinder es schon fast nicht mehr aushalten konnten ging es endlich los.Vom Dach hörte man nur noch "WOA", "COOL", "AMAZING" und das war es auch. Ein sehr farbenprächtiges, gewaltiges und einfach nur beeindruckendes Feuerwerk wurde dort abgefeuert und dadurch, dass wir es vom Wasser aus angesehen haben fand ich es nochmal um einige schöner. Teilweise haben sich die Farben im Wasser gespiegelt, es war einfach traumhaft.
Nach 20 Minuten war es leider schon wieder vorbei. Manche Boote sind direkt zurückgefahren aber wir haben noch etwas die Aussicht auf die Stadt genossen und die "wilden" danach abgefeuerten Raketen. Von dem was man hören konnte, muss es in der Innenstadt ziemlich abgegangen sein.
Als wir zurückfahren wollten haben wir erst noch jemandem rausgeholfen, der im flachen Wasser stecken geblieben ist und uns wäre dabei fast das selbe passiert.

Kinder & Jason auf dem Dach
Auf dem Rückweg war dann auf einmal der Motor total überhitzt und hat sich selber abgestellt. In dem Kühlkanal des Motors hatte sich Sand verkeilt der raus musste. Während der Aktion wäre Jason fast an eine ca. 30cm große Würfelqualle geraten (sehr gefährlich) die um den Motor Rumschwamm. Aber zum Glück ist nix passiert und wir sind alle heil und erschöpft auf der Farm angekommen.

Samstag, 14. Juli 2012

Zeit totschlagen

Gibts nicht irgendwo nen Schalter der die Zeit schneller laufen lässt? Ja, ihr habt richtig gehört, schneller.

Seit ich angefangen habe Slade (dem Zwerg) zu sagen er soll aufhören alles zu zerstören und Tiere zu quälen ist es hier fast unertragbar geworden. Angefangen hat es damit, dass er mit seinem Buschmesser die Fliegengitter zerschnitten hat, die Küchenplatte angesägt hat, Frösche zerquetscht, Hühner- und Entenküken durch die Landschaft wirft, gefangene Krabben mit Bierflaschen schlägt bzw. ihre Scheren versucht abzudrehen (ja, sie sterben so oder so aber muss man sie extra quälen?), die Hunde kickt und mit Stöcken schlägt und generell alles versucht in irgend einer Weise zu zerstören. Ich habe da natürlich nicht einfach so zuschauen können und ihm immer gesagt er soll es sein lassen (was ihn überhaupt garnicht interessiert hat). Von da an wurde es Tag zu Tag schlimmer.

Irgendwann kamen dann Sprüche wie "Du bist nicht erwachsen, du kannst mir nichts sagen.", "In Australien ist das eh anderst als in Deutschland.", "Du bist nur zum putzen hier, du kannst mir nichts sagen.", "Lern erst mal Englisch bevor du mit mir redest." (danach hab ich dann ein paar Stunden lang nur auf deutsch mit ihm geredet weil es mich einfach so aufgeregt hat) und noch viele andere "nette" Sachen.

Wenn ich ihn morgens frage ob er seine Ritalin Tablette (wg. ADHS) schon genommen hat lügt er mich meistens an, ich kann ihn aber nicht einfach so dazu zwingen noch eine zu nehmen, da ich ja nicht sicher sein kann, dass er sie nicht doch schon hatte.

Ich sag es zwar an Jason (Vater) weiter, den interessiert es aber nicht wirklich, außer er zerstört irgendwas (dann wird er geschlagen oder es wird mit der Peitsche [so ne lange Rinderpeitsche] gedroht].

Eigentlich wollte ich ja schon letzten Donnerstag hier abhauen, da waren dann aber leider sämtliche Hostels in Darwin ausgebucht (obwohl ich schon über eine Woche vorher nachgeschaut hatte). Jetzt muss ich irgendwie die Zeit bis Dienstag rumbringen (sind zwar "nur" noch drei Tage, reicht aber trotzdem), da ich kein Bock mehr auf sinnlose Diskussionen habe, bin ich seit ca. drei Tagen hauptsächlich nur noch in meinem Zimmer, schaue Filme an, nerve Leute in facebook und versuche meine weitere Reise irgendwie zu planen.

Ich freue mich jetzt schon wie blöd in Darwin wieder unter normalen Menschen zu sein und meine Freunde wieder zu treffen. Da die Farm auch weeeit weg von allem ist komme ich maximal 1x pro Woche unter andere Menschen ... ich bin einfach nicht fürs Farmleben geschaffen ... !

Donnerstag, 12. Juli 2012

auf der Jagd



Billabong
Irgendwann meinte Jason (Vater) er hätte im hinteren Teil der Farm Wasserbüffelspuren  gesehen und er meinte er will den jetzt schießen gehen. Wenn er Fleisch braucht kauft er sich ne Kuh und zerlegt sie selber oder ab und zu läuft auch mal eine entlaufene Kuh auf seinem Grundstück rum, die er dann schießt und die in sein Gefrierfach wandert. 
Wir haben also ein Gewehr eingepackt, sind in  einen der 4WD’s gestiegen und auf Büffeljagt gegangen. Leider haben wir die Spuren irgendwo auf dem Farmgelände (immerhin 1.800 Mangobäume + genug Platz um weitere 900 anzupflanzen) verloren. Statt den Büffel weiterzujagen haben mir Jason und Slade einen magnetischen Termitenhügel im Busch und einen mit Seerosen bewachsenes Billabong (Wasserloch) gezeigt.

Ein paar Tage später gab es dann ein BBQ unterm Haus. Um ca. 1.00am haben Jason und ein Kumpel beschlossen Wildschweine, Dingos und was sonst noch so rummrent zu jagen, also sind Jason, der Kumpel, sein ca. 6 jähriger Sohn, Slade und ich in den „shorty“ eingestiegen.
ich im shorty
Wir sind gefolgt von 3 Hunden (Isi, Boja und Nisha [der Hund des Kumpels]) losgefahren.  Tiere haben wir zwar keine gefunden, dafür hat uns Jason zu einem „Sinkhole“ gefahren. Dort bricht die Erde weg und das entstandene Loch füllt sich teilweise mit Wasser. Hier haben wir versucht mit den Gewehren Gegenstände im Sinkhole zu treffen, bis uns aufgefallen ist, dass Nisha fehlt. 
Nisha
Wir haben Boja und Isi ins Auto gepackt (normalerweise laufen sie hinterher) und sind auf die Suche nach Nisha gegangen. Wir sind zwar die exakte Strecke nochmal abgefahren und haben nach ihr gerufen aber sie war nirgends zu finden. Zurück am Haus haben wir die Zwerge ins Bett geschickt und haben uns überlegt was wir als nächstes machen sollen. Um 4.00am sind wir drei nochmal auf Quads losgezogen um sie zu suchen aber selbst da haben wir sie nicht gefunden.
Am nächsten Morgen ist der Kumpel ohne Hund heimgefahren, wir haben weiterhin Ausschau nach ihr gehalten.

Montag abends kam dann in den Nachrichten, dass in unserer Gegend ein Typ rumrennt, der irgendwo im Süden Australiens einem anderen Typen den Kopf abgeschnitten hat. Na klasse, in diesem Haus gibt es zum einen nur Glastüren die man eh nicht abschließen kann und zum anderen sind die Wände superdünn, so dass eine Kugel wahrscheinlich durchgehen würde.

Es wurde jeden Tag in den Nachrichten gebracht, wie gefährlich er wär, dass man auf jeden Fall nicht einfach so im Bush rumrennen soll und gleichzeitig waren wir ja eigentlich auf der Suche nach dem Hund (im Busch). Ab und zu haben Jason und Slade sie beim rumfahren mit dem Quad gesehen,sie ist dann aber immer wieder weggerannt.
Zum letzen Deutschlandspiel ist sie dann wieder aufgetaucht, mit Futter hab ich sie nach einigem hin und her dann schnappen können. Zwei Tage danach kann dann auch die Meldung, dass sie den Mörder auch endlich geschnappt haben.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Putzen


Wie ich vorher schon geschrieben hatte ist das Haus ziemlich dreckig. Am Anfang habe ich mich geekelt aufs Klo oder in die Dusche zu gehen, das Geschirr habe ich abgespült bevor ich es benutzt habe und den Kühlschrank habe ich möglichst selten aufgemacht. In meinem Zimmer hatte ich Angst, dass irgendwelches Krabbelzeugs rumläuft und auf den Bettlaken waren Flecken drauf. Hinsetzen wollte ich mich nur auf einen der Sessel vom dem Fernseher, da das Sofa, Stühle und sonstiges auch vor Dreck strotzten.

die Hälfte wird vom Blitz überlichtet
Nach und nach entwickelt sich alles aber zum sauberen, zumindest solange der Zwerg nicht wieder anfängt alles zu verdrecken (Chips, Schuhe, Kabapulver etc.) und ich wieder von vorne anfangen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Putzmittel hier gibt bzw. irgendwelche Tücher oder so mit welchen ich Putzen könnte.

Ich habe mich also an die – mittlerweile – grauen Fensterscheiben gewagt, mit Windex und Zeitungspapier. Alles habe ich nicht wegbekommen aber immerhin kann man wieder den Sonnenschein draußen auch als solchen erkennen.

Lecker *würg*
Nächster „Feind“ war der Kühlschrank. Schon beim Reinschauen wurde mir schlecht und als ich das letzte mal versucht habe diesen zu putzen, musste ich mich übergeben. Ich hab mir als erstes die Eierablage vorgenommen in welcher man die Überreste von zig Eiern und sonstigem Zeug finden konnte. Weiter unten in der Türe konnte man die Überreste von Tomatensoßen und sonstigem klebrigem Zeugs finden.

halbwegs sauber
Als nächstes war der „Schrank“ an sich dran, erst musste ich unzähliges verdorbenes Essen in allen möglichen Variationen aus dem Schrank räumen. Zum Vorschein kam eine total verklebte (ich will garnicht wissen was DAS war) Glasplatte, die ich fast aus dem Kühlschrank brechen musste. Drunter (Boden) war eine rießen Blutlache, altes Fett und sonstiges undefinierbares … Gerade als ich diesen Teil saubergemacht habe kommt der Zwerg und meint „Ey, das sieht ja eklig aus, das musst du aber Putzen“ … Äääähm Hallo??? Geht’s noch??? Und heute kamen dann so sprüche wie „Warum soll ich aufpassen, dass ich nix übermäßig dreckig mache, wenn Lea ja eh Putzt“.

Im Moment bin ich so froh, wenn die Zeit hier endlich vorbei ist. Am Anfang war es zwar ziemlich cool hier aber mittlerweile kekst mich der Zwerg einfach nur noch an!

Dienstag, 26. Juni 2012

Sauerbraten & Spätzle


Da ich Jason und Slade so von unserem tollen Sauerbraten von zu Hause vorgeschwärmt hatte, fragten die beiden ob ich nicht auch einen für sie kochen könnte. Ich habe jedoch noch nie einen gekocht, weshalb ich ein Rezept aus dem Internet raussuchen musste. Im Rezept selber stand irgendwas von Tomatensauce drin, was ich aber noch nie in einem Sauerbraten gefunden habe (kann mich natürlich auch täuschen).

Jason bekam die Einkaufsliste und kam ziemlich ratlos zurück vom Einkaufen. Wacholderbeeren hat er nicht gefunden (er und die Damen in Shop kannten das Wort noch nicht mal), das Gemüse für die Saucenbasis hat er auch nicht als kleines pack gefunden und hat deshalb jeweils ein ganzes Bündel des jeweiligen Gemüses eingekauft.

Ich habe also erst einmal versucht die Essi-Wasser-sontiges Suppe / Brühe zusammenzubasteln, was am Anfang garnicht mal so einfach war, da er keinen Messbecher da hatte (hat ihn später irgendwie doch beim Fischzeugs gefunden) und da das Suppengemüse viel zu viel war und ich die Sauerbratensoße liebe hab ich einfach mal von allem etwas mehr reingeschmissen.  Als alles dann nach dem Kochen auf dem Herd zum Abkühlen stand kam Slade und hat die Hälfte der Zwiebel rausgefuttert.

Sauerbraten
Als es dann ans Fleischabwiegen ging kam das nächste Problem, Jason hatte nur eine Personenwage im Haus, wir brauchten jedoch nur ca. 1KG Fleisch, weshalb die Wage auch ERROR angezeigt hat. Er hat es dann doch noch geschafft eine Wage für kleinere Gewichte zu finden (natürlich auch beim Fischzubehör). Also schnell das Fleisch und das Essiggemisch zusammen in eine Schüssel geschmissen und ab damit in den Kühlschrank. Jeden Abend wenn ich das Fleisch wenden musste wollte Slade schon anfangen alles Mögliche ungekocht aus der Schüssel rauszuklauen (unter anderem das Fleisch selber).

Spätzle
Nach 4 Tagen warten war es dann endlich so weit, es sollte ans Kochen gehen. Aber auch hier hat was gefehlt, für die Spätzle wäre es praktisch, wenn man eine Teigrührmaschine hätte, also hat er sie schnell im Woolie eingekauft (die werden sie wahrscheinlich nie wieder benutzen). Als das Fleisch dann endlich im Kochtopf war ging es ans Spätzle machen. Der Teig war schnell zusammengerührt, es hat nur noch ein kleines Brett zum schaben gefehlt aber das gabs hier natürlich auch nicht … also habe ich einen Tupperdosendecken und ein Käsemesser (breite, flache Klinge ohne irgendwelche Riffel oder so drin) genommen und angefangen zu schaben. Da an dem Tupperdeckel natürlich noch ein Rand dran war und das Tupperlogo raus stand bin ich immer wieder hängengeblieben und beim ins kochende Wasser halten hat sich das Teil auch noch total verformt. Nachdem ich deutlich länger als zu Hause gebraucht habe (dort habe ich einen Spätzledrücker), hatte ich es endlich geschafft und der Teig war zu Spätzle verarbeitet. Das mit der Soße habe ich irgendwie nicht so ganz hinbekommen, die war nicht ganz so wie ich sie wollte aber schlecht war sie nicht.

und beides zusammen
Als es dann ans Essen ging, hat es Slade glaube ich nicht wirklich geschmeckt, Jason war aber auch nicht ganz begeistert von der Geschichte …
Slade hat am nächsten Tag den Sauerbraten mit Ketchup gegessen (der arme Braten) und Jason hat garnix mehr davon gegessen … auch nicht schlecht, dann bleibt mehr für mich übrig :D

Donnerstag, 21. Juni 2012

Fischen


Das Boot
Am Sonntag ging es dann zum Fischen. Erst wurde das Boot, die Angeln, die Krabbenkörbe und - ganz wichtig -  die Kühltruhe gerichtet und mit reichlich Alkohol aufgefüllt (3 6er Bier und 2 8er Packungen Whiskey Cola). Nachdem das Boot an der Tankstelle vollgetankt wurde konnte es endlich Richtung Middle Arm losgehen (irgendein Fluss, der angeblich im Hafenbecken von Darwin endet). Allerdings mussten wir an der einlasstelle noch ca. 1h auf Jasons besten Freund Paul warten, welcher dann endlich mit seiner Tochter ankam.

grab a Beer
Dann konnte es endlich losgehen … das Boot wurde zu Wasser gelassen und kaum das beide Männer im Boot waren, wurde schon mit der zweiten Runde Bier / Whiskey angestoßen. Als erstes haben wir die Krabbenkörbe ausgeworfen. Als Köder wurden die Tiefgefrorenen Überreste eines Barramundi vom letzten Fang verwendet (ich wollten den lieber nicht anfassen aber wenns den Krabben schmeckt …).  Danach ging es an den ersten Fischspott,  allerdings hatten wir nicht wirklich viel Glück und in einer Stunde sah man auf einer Art Radar nur ein paar Fische vorbeischwimmen. Wir entschieden uns dazu, den Ort zu wechseln und auf dem Rückweg die Körbe zu checken und es war tatsächlich eine Mud Crab drin. Die wurde gleich zum Alkohol in die Kühlbox geworfen.

mein Fisch
Am nächsten Fischspott bissen die Fische zwar nicht gleich an aber nach einer Weile fühlte ich irgendwas an meiner Handline (eine Angelleine auf einer Rolle mit nem Haken dran [vereinfachte Art einer Angel]), also zog ich sie hoch. Kurz unterhalb des Bootsrandes schaute ich auf meine Angel und stellte erfreut fest, dass da wirklich was dran hing, nämlich eine Mud Crab, allerdings war sie schneller als ich in meiner Überraschung und ließ schnell meine Angel los … also doch nix mit Fischerfolg. Etwas später fing meine Angel wieder an zu zucken und als ich sie hochzog hing doch tatsächlich ein Fisch dran. Den Namen habe ich vergessen aber ihr könnt ihn hier auf dem Foto anschauen [ok, schön ist er nicht aber essbar] wir haben uns aber dazu entschieden ihn wieder freizulassen und nach unseren Krabbenkörben zu schauen.
Dieses Mal hatten wir etwas mehr Glück und hatten drei weitere Krabben in unseren Körben (sind beim verbliebenen Alkohol gelandet). Auf dem Rückweg wollte unser Motor jedoch nicht mehr wie er sollte und so saßen wir ca. 1h auf dem Fluss fest . Jason nahm das als Anlass um seine Angel nochmal auszuwerfen und hat nach wenigen Minuten einen Hai geangelt [haben wir auch wieder freigelassen].

Irgendwann haben Jason und Paul es dann hinbekommen den Motor so weit zu reparieren, dass wir wenigstens zurück ans Ufer kamen.  Auf dem Weg nach Hause lag eine Python auf der Straße herum, Jason wollte Sie einfachen und wurde dabei gebissen. Da seine Schwester im Moment Hühner- und Entenküken auf der Farm hat, haben wir sie in der Nacht mit dem Quad ans andere Ende der Farm gefahren, damit die Küken halbwegs sicher sind.Später gab es dann noch eine Art Mud-Crab-Party [das ganze Haus hat nach den Viechern gestunken] zu welcher es wieder reichlich Alkohol gab. 

Noonamah - der Start


Ich wurde also vor meinem Hostel von Jason (Vater) und Slade (Zwerg) abgeholt. Wir fuhren eine Weile, bis wir zu einem Shop kamen in welchem erst einmal die Vorräte aufgefüllt wurden und später wurde in einem Road House kräftig Alkohol eingekauft, danach ging es weiter zum Haus. Es liegt etwas abseits in der Mitte einer Dirt Road und ist von Palmen umgeben. Es gibt praktisch kein Erdgeschoss, da dieses aus Parkplatz und „Chillout-zone“ besteht, einzig die Waschmaschine ist von 3 ½ Wänden umgeben. Ansonsten stehen da unten noch ein paar Kühlschränke in welchen der gefangene Fisch, geschossene Kängurus und sonstiges Getier gekühlt wird und um natürlich den Alkohol kühlzustellen. Zusätzlich steht noch eine Stereoanlage (ist besser als die im Wohnzimmer), ein Billardtisch und ein Whirlpool rum.
Isi
Zu Beginn wurde mir erklärt, dass Isi (die braune Hündin) gerne cane tods (giftige Frösche) ableckt und, da sie davon High wird und dass der schwarze Hund (Boja [KP ob das richtig geschrieben ist]) immer versucht in die Reifen von fahrenden Autos zu beissen. In dem Haus wohnen im Moment Slade und Jason, ein Kumpel von Jason (Namen habe ich vergessen) der auf dem Sofa schläft und etwas schräg ist und dann ist da noch Jeff, der in einem Wohnwagen hinter dem Schuppen wohnt.

Boja
Slade hat ADHS und muss jeden Morgen seine Tablette schlucken, ansonsten wird er sowas von unausstehlich. Jason meinte, als Slade bei seiner Mutter wohnte ist er so gut wie nie zur Schule gegangen (er ist jetzt 8) und ist deshalb sitzen geblieben. Selbst jetzt ist es morgens teilweise noch ein Kampf ihn ins Auto zu bekommen um ihn zum Schulbus zu fahren. Teilweise hat er irgendwie nen Zerstörungstrieb und muss irgendwas kaputtmachen oder die Hunde schlagen (die sich das anscheinend gefallen lassen). Ich finde das Ganze nicht so ganz prickelnd aber im Moment hört Slade noch nicht 100% auf mich.
Das Haus an sich ist zwar ganz hübsch, allerdings nicht wirklich sauber. Auf dem TV-Tisch war eine ca. 1cm dicke Staubschicht, der Boden war relativ verdreckt und beim Nass rauswischen musste ich trotz vorherigem Staubsaugen 2x das Wasser wechseln, da es so dreckig war, dass es die Fließen eher dreckiger als sauberer gemacht hat. Am ersten Tag habe ich auch erst einmal sämmtliche Spinnenweben weggesaugt, da in jedem Raum mindestens 5 Netze (bzw. die Überreste) davon rumhingen. Als ich den Kühlschrank saubermachen wollte, muss ich mich dazu zwingen mich nicht zu übergeben, da dieser so aussieht als ob er das letzte Mal vor über einem Jahr saubergemacht worden ist.

Da sie eine Mangofarm haben und zwischen den Bäumen nicht mit den 4WDs rumfahren können, haben sie auch zwei Quads. Ich habe zwar versucht selber damit zu fahren aber irgendwie bin ich nicht so ganz begabt im Quad fahren. Man gibt mit einer art Kippschalter, welchen man je nach Geschwindigkeit nach vorne drückt, gas. Erschwerend kommt hinzu, dass jemand vor ein paar Tagen den Schlüssel verloren hat und das Teil jetzt kurzgeschlossen werden muss (was ich hier alles lerne …). Slade kann jedoch sehr gut mit dem Teil fahren und deshalb habe ich jetzt meinen persönlichen Quadschoffeur, welcher mich zum Fotosmachen durch die Landschaft fährt. Das erstaunliche ist, dass Boja selbst bei 40 km/h noch mithalten kann, allerdings dabei aussieht als ob er tollwut oder von irgendwas besessen wäre.

Am ersten Abend haben wir dann noch Hackfleisch selbergemacht und ich habe das erste mal mud crabs probiert. Ich finde sie allerdings nicht so gut, dass ich sie essen muss. Bleibt mehr für die anderen übrig.