Dienstag, 18. September 2012

Deutsche Roommates in Sydney


Hier muss ich mich jetzt einfach mal über deutsche Mitbewohner, welche ich speziell in Sydney getroffen habe, auskotzen.

Im 5ten Stock wohnte ich mit einem Franzosen (die gibt’s hier wie die Deutschen wie Sand am Meer), einem Chilenen und drei deutschen „Jungs“ zusammen. Die deutschen waren zwischen 18 und 22 und haben sich sowas von Kindisch und ätzend benommen.
Gleich am ersten Abend ist angeblich auf dem Bett von einem von denen eine „riesige“ springende (natürlich in seine Richtung) Spinne gewesen. Es gibt hier zwar springende Spinnen aber meiner Erfahrung nach hüpfen die eher von einem weg als auf einen drauf … Am Ende haben einer der anderen beiden und ich das Bett abgeräumt (er wollte nichts mehr anfassen) und hat am Ende mit auf der Matratze auf dem Boden geschlafen (und zwar jede Nacht die ich mit denen dort oben verbracht habe). Ich habe die Spinne am nächsten Morgen an der Decke rumkrabbeln sehen, groß würde ich sie jetzt nicht wirklich nennen.
Im Zimmer selber durfte man keine offenen Lebensmittel und Getränke haben, das das tonnenweise Ameisen und Kakerlaken anlockt. Das wollte der Spinnenheini aber irgendwie nicht hören, verstehen oder was auch immer, auf jeden Fall hat er nach dem Frühstück immer Marmeladenbrote mit ins Zimmer getragen und mit den Housekeeper Mädels jeden Morgen nen Streit angefangen.

Als ich dann ins Erdgeschoss gezogen bin, kam ich in ein Zimmer mit fünf deutschen Mädels, alle zwischen 18 und 19. Ein paar von denen waren die sowas von ätzend und verzogen. Zum einen haben sie sich beschwert, dass alles so teuer ist und sie so viel Geld für Lebensmittel usw. ausgeben müssen und andererseits gehen sie nie zum kostenlosen Frühstück (was in dem Hostel echt gut war) [Tonnenweise Klamotten mussten natürlich auch gekauft werden, 23KG Einreisegepäck reicht natürlich nicht aus]. Die eine hat sich andauernd beschwert, dass es so langweilig wäre und wie ich es hier in Australien nur ein Jahr ausgehalten habe. Ich liege halt nicht den ganzen Tag im Bett und behaupte nach zwei Wochen Sydney komplett zu kennen obwohl ich noch nie in Bereichen wie Chinatown oder The Rocks war. Die meisten Leute vom Hostel sind abends zusammengesessen und haben geredet oder sind ausgegangen aber zu denen wollten die Mädels natürlich keinen Kontakt weil die anderen eh doof sind (sprechen ja kein Deutsch).

Nee echt ey, warum geht ihr nach Australien? Im Bett liegen und mich langweilen kann ich auch daheim. Dort wird auch deutsch gesprochen und ich muss nicht Gefahr laufen auf andere Nationen zu treffen und evtl. Englisch sprechen zu müssen … ach warte mal, was für ne Sprache wird nochmal in Australien gesprochen …?

Und bei ihr wars natürlich auch so, dass Tagelang Apfelreste auf dem Spind gelagert werden und wenn die Housekeeper Stress machten haben sie es auf mich abgeschoben … Da schämt man sich doch manchmal aus Deutschland zu kommen, wenn solche Gestalten auftauchen.

Normalerweise würde ich mich über sowas nicht mehr aufregen aber da kam jetzt halt alles zusammen …

Sydney

älteste Gebäude Sydneys
Um von Melbourne nach Sydney zu kommen, wollte ich eigentlich wieder einen Lift finden aber als ich zwei Tage vor Abfahrt noch nichts gefunden hatte, habe ich mich dazu entschieden mit dem Greyhound Bus zu fahren.
12 ½ Stunden ging es von Melbourne über Canberra (immerhin kann ich jetzt sagen ich war ne ½ h in der Hauptstadt Australiens) nach Sydney. Wir hatten zum Teil seltsame Gestalten an Bord, der eine hat gefühlt die halbe Fahrt auf dem Bus Klo verbracht.

Als ich mit meinem Gepäck in Sydney an der Central Station angekommen bin, konnte ich kaum mit dem ganzen Gepäck laufen. Irgendwie habe ich es dann aber doch in den Zug geschafft und bin in Kings Cross ausgestiegen. Natürlich bin ich erst einmal in die total falsche Richtung gelaufen aber später habe ich es dann doch noch zum Hostel geschafft. Das Hostel selber ist in zwei alten, kleinen Victorianischen Häusern untergebracht und war richtig schön eingerichtet und echt sauber (während ich dort war, wurde es zum besten Hostel in Australien gewählt). Mein Zimmer war im 5ten Stock – ohne Aufzug. (Zu meinen Mitbewohnern in Sydney schreibe ich am besten einen extra Post)

"Matrix Straße"
An meinem ersten vollen Tag habe ich eine kostenlose  von 3h walking Tour durch Sydney mitgemacht, welche echt gut war. Unsere Guidin hat uns viele Kleinigkeiten erzählt wie z.B. dass das Ursprüngliche Krankenhaus in Sydney von Rumherstellern erbaut wurde, im Gegenzug erhielten diese exklusive Vertriebsrechte für Australien. Es ist allerdings so groß geworden, dass nur der mittlere Teil dauerhaft als Krankenhaus genutzt wurde, das eine Seitengebäude wird als Münzprägerei und das andere als Parlament House genutzt = das Parlament House der neuen Kolonie Australien ist durch Rum finanziert (färbt das auf das Trinkverhalten ab?). Zudem gibt es eine Straße, welche aussieht als ob sie in den USA wäre, weshalb dort Teile von Matrix und Superman gedreht wurden (einfach ein paar gelbe Taxis hingestellt und fertig).

Natürlich waren wir auch an der Harbour Bridge und an der berühmten Oper. Dort um die Ecke sind dann auch „The Rocks“, das alte Hafenviertel von Sydney. Es soll ein gutes, kostenloses Museum dort geben aber leider hat mir die Zeit nicht mehr gereicht. Bei einem Abstecher in den Botanischen Garten habe ich kostenlos Papageien füttern dürfen und danach ging es wieder zurück zur Oper um diese bei Nacht abzulichten.

An meinem letzten Tag in Sydney wollte ich eigentlich möglichst viel sehen, bin dann allerdings im Darling Harbour an der HMS Endavour (3 Master) hängen geblieben. Sie ist ein Nachbau von Captain Cooks Schiff und ist schon zwei Mal um die Welt gefahren. Da es nur ein Ticket für alle Museumsschiffe gab habe ich mir noch die HMAS Vampire (Kriegsschiff) und das daneben liegende U-Boot  angeschaut, ganz schön eng da drin.

Ich ging weiter zum Fischmarkt (ich liebe solche offenen Markthallen), wo es seltsame Krabben und Fische gab. Da die Zeit drängte ging es schnell weiter nach Chinatown. Unter Chinatown habe ich mir irgendwie mehr vorgestgellt als nur eine Fußgängerzone mit einem Chinesischen Tor incl. Löwen an jedem Ende aber es war trotzdem ok.

Zurück im Hostel habe ich meine Sammlung an nötigen und unnötigem Krimskram auflösen müssen. Einige Sachen sind heimgeflogen und andere (wie z.B. meine Handtasche und meine Heels) sind in den Müll gewandert.

Und dann war meine Zeit in Sydney und Australien leider auch schon vorbei.

Welcome to St. Vincents Hospital

Als ich in Sydney mit dem Bus ankam, konnte ich mich und mein Gepäck kaum in den Bahnhof tragen. Ich hatte solche Schmerzen in den Knieen, dass ich erst mal ne längere Pause machen musste, bis ich wieder weitelaufen konnte. An dem Tag war ich so am Ende, dass ich nichts mehr machen konnte und fast die ganze Zeit geschlafen habe. Das doofe war, dass ich im 5ten Stock untergebracht war (ohne Aufzug) und kaum hoch und runter gekommen bin.

Am zweiten Tag ging es mit den Schmerzen, ich hab mir dann gleich mal Sydney angeschaut, war am Abend aber auch wieder so am Ende, dass ich relativ früh ins Bett gegangen bin. Beim Aufstehen am nächsten Tag waren die Schmerzen so schlimm, dass ich beschloss zum Arzt zu gehen. Dort wurde mir dann ne relativ große Menge Blut abgenommen (ihr kenn mich ja wie ich beim Blutabnehmen bin) und das ganze wurde eingeschickt um einen Bluttest zu machen. Das ganze sollte einen Tag dauern, weshalb ich am nächsten Tag wiederkommen sollte. Ich hab dann gleich mal 100$ für den Arzt liegen lassen und 250$ für den Bluttest. Vom Hostel wurde mir angeboten in ein Zimmer im Erdgeschoss zu ziehen, was ich dankend annahm.

Die Arztpraxis wollte mich eigentlich anrufen wenn die Ergebnisse da waren, allerdings hatte ich gegen 1.00 keine Lust mehr zu warten und bin einfach mal hingelaufen, ich wollte ja noch was von meinen letzten Tagen in Sydney und Australien haben. Als ich dort ankam hieß es, dass meine Ergebnisse gerade erst angekommen wären und ein paar Sachen noch fehlen würde, der Doc aber gleich Zeit für mich hätte. Da der Doc dann aber trotzdem nicht genau wusste was es ist und irgendwas nicht zusammengepasst hat meinten sie ich solle mal ins Krankenhaus gehen. Obwohl wir über eine Stunde auf den Rückruf vom Krankenhaus warten mussten wollte der Arzt nicht, dass ich zurück zum Hostel gehe und ein paar Sachen einpacke (wie z.B. ein Buch, meinen PC, Schlafzeugs, Zahnbürste etc.). Bevor ich zum Krankenhaus gefahren bin habe ich die Arzthelferin noch gefragt ob sie nicht im Hostel bescheid geben könnte, dass ich im Krankenhaus wäre. Vorher durfte ich aber noch 130$ für den Arzt und irgendwelche Herztests (EKG???) zahlen.

Als ich dann im Krankenhaus angekommen bin musste ich erstmal warten, dann wurde mir ne Nadel (angeblich wars keine Nadel wie sie immer Betont haben, sondern nur ein Plastikteil) in den Arm gelegt, damit sie immer Blut anzapfen können oder mir irgendwelche Spritzen geben können und dann ging es mit der Blutabnehmerei los … ich wäre fast durchgedreht. Ich weis nicht wie viel Blut sie abgenommen haben aber es hat eeeewig gedauert … immerhin hab ich erst angefangen zu heulen als die Krankenschwester fertig war. Dann hieß es wieder warten … Brustkorb röntgen … warten … dann kam mal ein Arzt vorbei der meinte wir müssen noch die Blutwerte abwarten, also wieder warten … und warten … und warten …
Währenddessen wurde alle paar Stunden Temperatur, Blutdruck und irgendwas seltsames am Finger gemessen.

Irgendwann hieß es dann ich müsse über Nacht bleiben. Na sauber …

Am nächsten Tag kam dann mal das Büro des Krankenhauses vorbei wegen der Krankenversicherung. Eine Nacht im Krankenhaus kostet stolze 1.770$ + Arztkosten + sonstige Sachen, dann hieß es wieder warten … Irgendwann kam dann mal eine Ärztin vorbei die sich nochmal alles angeschaut hat und der ich nochmal alles erzählen durfte, die hat dann mit der Rheumatologin telefoniert, ist wieder zu mir gekommen usw. ein ziemliches hin und her. Das Ende vom Lied war, dass ich noch eine Nacht dableiben musste, da sich die Rheumatologin sich das selber anschauen wollte. Und endlich haben sie die Nadel (oder auch nicht Nadel wie sie immer Betont haben) rausgenommen.

Immerhin hatte ich einen eigenen Fernseher aber auf den vier Kanälen kam nicht so übermäßig viel interessantes. Das Interessanteste war, dass wegen diesem Mohamed Film von dem Hirni in den USA auch in Sydney Muslime auf die Straße gegangen sind und ein paar dieser Gruppe und die Polizei aneinander geraten sind. Ich glaube 6 Polizisten wurden ins Krankenhaus gebracht, war schon ein seltsames Gefühl zu wissen, dass die irgendwo um mich rum in der Notaufnahme rumliegen (die schwerer verletzten).

Am nächsten Tag kam dann endlich die Rheumatologin, hat mir Medikamente verschrieben und mit mir übers weiterreisen geredet. Wenn ich nochmal eine Mandelentzündung bekommen sollte, wäre es gut wenn ich sofort heimfliege.

Nachdem noch ein bisschen Papierkram ausgetauscht wurde konnte ich endlich gehen. Mein Wochenende in Sydney habe ich mir war etwas anders vorgestellt aber ich kann jetzt weiterreisen und kann euch ein paar Geschichten aus der Notaufnahme in Sydney erzählen.

Somit hatte ich noch einen Tag zum Sightseeing in Sydney übrig und das mit Gelenken die ich nicht übermäßig belasten soll…


Sonntag, 16. September 2012

Melbourne

Als ich in Melbourne den Italiener endlich losgeworden bin, ging es auf Erkundungstour. Ich habe zwar nicht direkt in der City gewohnt, ich war aber in ca. 10 - 15 min in den Innenstadt. Es gab einen Touristenbus der kostenlos im Kreis an den Sehenswürdigkeiten vorbei fuhr und einem alles erklärt wurde und zusätzlich eine alte Stadtbahn die im Kreis um die Innenstadt rumfuhr. Das meiste konnte man aber auch zu Fuß erreichen.
An meinem ersten Abend in Melbourne war es fast wie im Film. Es hatte eine angenehme Temperatur, die Sonnen ging so langsam unter und am Federation Square spielte ein Gitarrist "romantische" Musik. Bis sich auf einmal ein Mann auf der Brücke ausgezogen hat und dann von der Brücke gesprungen ist (und fast auf den Brückenpfeiler drauf). Ein interessanter erster Eindruck der Stadt :D
In der Stadt selber gab es einiger dieser Kutschen zu sehen, allerdings haben mir die Pferde sehr Leid getan, die jeden Tag an den Hauptstraßen stehen müssen und den ganzen Verkehr + Lärm ertragen müssen.
Überall in der Stadt waren 50 kleine, von Künstlern bunt gestaltete, Elefanten aufgestellt, da der Zoo in Melbourne sein 150. Jubiläum feierte. Vor allem am Wochenende sind Eltern mit ihren Kindern durch die Stadt gerannt und haben auf ihren Handys nach weiteren Elefanten gesucht. Ein paar von denen hätte ich am liebsten mitgenommen weil sie so schön waren. Wer will kann sie auch ersteigern aber ich will die Preise lieber nicht wissen.


Irgendwann habe ich mich dazu durchgerungen und bin in den Touri Bus gestiegen (normalerweise kann ich sowas ja garnicht leiden) und bin zum Royal Exhibition Building gefahren. Das Gebäude wurde für die Weltausstellung 1880 erbaut wurde. Außenrum gabs einen relativ schönen Garten aber leider hat es an dem Tag ziemlich oft geregnet. Später ging es dann weiter zu den Victoria Markets auf denen es alles mögliche zu kaufen gibt. Es gab sogar normalen Mozarella aber dafür war der Preis halt auch entsprechend hoch. Natürlich gabs auch die ganzen typischen Australischen Souvenir Stände.

Am Schluss dieses Tages ging es dann noch zum Hafen, bei dem es eine Art "Walk of Fame" für die Australischen Stars gibt wie z.B. für Kiley Minough, Nicole Kidman, Geoffery Rush, Russel Crowe und Hough Jackman (nur Heath Ledger hab ich leider nicht gefunden).

Da es ja langweilig wäre, wenn ich total gesund in Melbourne wäre, dachte sich mein Körper mich dieses mal von einer weiteren Mandelentzündung zu verschonen und dafür mein Knie und den Knöchel vom linken Fuß anschwellen zu lassen. Ich konnte den Fuß teilweise nicht bewegen und hatte richtig heftige Schmerzen, deshalb konnte ich leider nicht ganz so viel von Melbourne anschauen wie ich wollte.

Allerdings habe ich in einer der Grafitti Straßen einen Fotografen getroffen der fragte ob er Bilder von mir machen könne und ich finde die Bilder sind echt toll geworden.

Freitag, 14. September 2012

schon 1 Jahr

Heute vor einem Jahr habe ich Deutschland verlassen ... irgendwie kaum zu glauben. Mir kommt es so vor als ob es erst ein paar Monate wären und keine 12.

In diesem Jahr habe ich einiges gelernt (kochen, richtig packen, englisch), ich bin offener und selbstbewusster geworden, zudem habe ich Freunde auf der ganzen Welt gefunden. Vermutlich habe ich mich in so vielen anderen Sachen auch verändert, was mir im Moment garnicht so auffällt. Ein facebook junkey bin ich zwar immer noch aber immerhin schreibe ich nun in der online Zeit mit Leuten anstatt Spiele zu spielen.

Jetzt habe ich noch 4 Tage in Sydney übrig, die ich möglichst Sinnvoll und gleichzeitig "australisch" verbringen möchte.

Montag, 10. September 2012

Grafitti in Melbourne



In Melbourne gibt es in verschiedenen Seitenstraßen legale oder zumindest geduldete Grafittis. Im Hostel gabs dazu eine passende Karte in der die meisten (schönsten) Grafittis eingezeichnet waren. Wie immer, wenn ich versuche mit Karten umzugehen, habe ich mich drei mal verlaufen und bin an den total falschen Stellen rumgelaufen aber am Ende habe ich doch einige Grafittis gefunden. Ich habe hier einfach mal ein paar meiner Lieblinge hochgeladen wobei ich noch viele viele mehr habe die auch sehr schön sind.

Heath Ledger (Joker) @ Hoiser Lane
Leider werden ziemlich viele der schönen Grafittis von hässlichen schmierereien (in meinen Augen) übersprayt (z.B. Heath Ledgers Stirn die erst vor ein paar Wochen von einem blauen Schriftzug gereinigt wurde).
 




Leider ist die ACDC Lane nicht mehr ganz so schön wie sie mal war (zumindest was ich so auf Bildern gesehen habe). Die Ursprünglichen Grafitis wurden irgendwie nach Oben gerückt, damit drunter eine ganze Reihe Werbung passt, leider haben die Bilder dabei ziemlich große Schäden genommen. Das Straßenschild mit dem Zacken durch wurde auch durch ein normales ersetzt.

Great Ocean Road

Da die Zeit nur so fliegt und ich  nur noch ca. 2 Wochen in Australien übrig hatte ging es nach ein paar Tagen in Adelaide weiter nach Melbourne. Dieses mal hatte ich leider nicht das Glück eine Mitfahrgelegenheit mit eigenem Auto zu finden. Ich traf einen 30-jährigen Italiener mit welchem ich zusammen ein Auto mieten wollte. An Abreisetag trafen wir uns vor der Autovermietung und er fing auf einmal an alles wieder umzuplanen. Da ich die 12 Apostel aber gerne im Sonnenuntergang sehen wollte und meine restliche Zeit etwas begrenzt ist setzte ich es durch, dass wir das Auto sofort mieteten und und Richtung Melbourne aufmachten - allerdings 3h später als geplant.

Den ersten Tag sind wir eigentlich nur durchgefahren, haben es aber leider nicht mehr zum Sonnenuntergang zu den 12 Aposteln geschafft. Also wollten wir uns in Portland auf die Suche nach einem Plätzchen zum Schlafen machen als Savio (der Italiener) meinte er müsse beim Umdrehen auf einem Seitenweg viel zu weit in eine Wiese reinfahren zu müssen. Meine Erfahrungen mit Italienern ist ja die, dass sie beim Autofahren einach drauf los fahren und - meiner Meinung - nicht arg viel drüber nachdenken. Im Endeffekt sind wir dort Steckengeblieben. Da es schon ziemlich spät war, waren keine Fußgänger mehr unterwegs und vorbeifahrende Autos hielten auch nicht mehr an, also schliefen wir dort wo wir waren.

Am nächsten Morgen sah uns dann ein LKW Fahrer, der uns geholfen hat uns wieder rauszuschieben (vorher hatten wir Eukalyptusrinde unter die Reifen gelegt, weil immer noch alles nass und matschig war).
Als Ausgleich haben wir am Meer gefrühstückt, war zwar etwas kalt aber die Sicht war sehr schön. Zurück im Auto ging es zielstrebig auf die Great Ocean Road zu. Das Wetter lies etwas zu wünschen übrig, es war fast andauernd bewölkt und es hat öfters mal geregnet.

Als wir jedoch die ersten Felsüberresten kamen klarte es jedoch auf, dass wenigstens die Fotos gut geworden sind. Als wir an den 12 Aposteln endlich angekommen waren hat sogar die Sonne geschienen. Erwartungsgemäß war hier jedoch alles von Touristen überlaufen (da ist mir die Westküste deutlich lieber). Den Teil zwischen den 12 Aposteln und Melbourne selber sind wir dann nachts gefahren (wir mussten das Auto am nächsten Tag um 10.00 wieder abgegeben).

London Bridge
Als wir nach Melbourne reingefahren sind kam dann wieder der Italienische fahrstil bei Savio raus. Wir waren in der City auf einer der Hauptverkehrsadern in einer Samstag Nacht, wenn gerade jeder zum feiern fährt und was macht er? ... Stellt sich in die Mitte der Kreuzung und überlegt dann wo er überhaupt hin muss. Alternativ fuhr er auf beiden Fahrspuren gleichzeitig oder ist einfach mal so in der City stehengeblieben. Ich bin fast durchgedreht. Im Endeffekt sind wir aber ohne größere Schäden in Melbourne angekommen.

Ich glaube mit einem Tag mehr wäre der Trip noch schöner geworden aber dafür haben wir nur einmal bei 7 Grad im Auto schlafen müssen.




12 Apostel